Klage gegen den Verwalter auf Beschlussdurchführung?

Nicht selten ist ein Eigentümer der Meinung, der Verwalter habe einen in der Vergangenheit gefassten Beschluss (zum Beispiel auf Durchführung von Instandsetzungsarbeiten) nicht ordentlich oder gar nicht durchgeführt. Kann dann der Eigentümer gegen den Verwalter Klage erheben, um die Durchführung von beschlossenen Maßnahmen zu erzwingen?

Nein, sagt die ganz überwiegende Rechtsprechung (so etwa LG Hamburg, Urteil vom 02.03.2016 – 318 S 22/15; LG Frankfurt/Main, Beschluss vom 15.02.2017 – 13 S 128/16). Der Verwalter ist dem Verband der Wohnungseigentümer verpflichtet und nicht dem einzelnen Eigentümer. Von der Gemeinschaft ist er bestellt, und mit der Gemeinschaft verbindet ihn der Verwaltervertrag. Es ist also Aufgabe des Verbands und nicht etwa des einzelnen Eigentümers, den Verwalter zur Durchführung von Beschlüssen zu veranlassen. Der Eigentümer, der hier etwas erreichen möchte, muss also das Thema zur nächsten Eigentümerversammlung anmelden und darauf drängen, dass die Gemeinschaft entsprechend tätig wird. Dies mag eine zähe Angelegenheit sein, findet doch die Eigentümerversammlung meist nur einmal im Jahr statt. Es ist aber der Verband, der den durchzuführenden Beschluss gefasst hat, sodass es auch seine Aufgabe ist darüber zu befinden, ob der Verwalter ausreichend tätig geworden ist, oder ob der Beschluss noch der vollständigen Umsetzung bedarf.