Verwalterwechsel: Wer muss abrechnen?

Wählt die Gemeinschaft einen neuen Verwalter, so herrscht oft Unklarheit, wer für die Jahresabrechnung zuständig ist. Hier ist zu unterscheiden:


Wechselt der Verwalter während des laufenden Wirtschaftsjahres, so muss er für das vorangegangene Wirtschaftsjahr die Jahresabrechnung erstellen (falls nicht im Verwaltervertrag etwas anderes geregelt ist). Auch wenn er die Verwaltungsunterlagen inzwischen an den neuen Verwalter herausgegeben hat, ändert dies an seiner Verpflichtung nichts. Denn er hat gegenüber dem neuen Verwalter ein Einsichtsrecht in die Unterlagen, und zwar auch in solche Unterlagen, die erst erstellt wurden, als sein Verwalteramt bereits beendet war (zum Beispiel die auf einen Dienstleister übertragene Heizkostenabrechnung). Auch eine zusätzliche Vergütung kann der ausgeschiedene Verwalter für die Erstellung der Abrechnung nicht verlangen, falls nicht im Verwaltervertrag etwas anderes geregelt ist. All dies ergibt sich aus dem Urteil des BGH vom 16.02.2018 (V ZR 89/17).


Nicht entschieden hat der BGH den Fall, wer die Abrechnung schuldet, wenn das Ende der Verwalterzeit und das Ende des Wirtschaftsjahres zusammenfallen.“ Zwischen den Zeilen“ lässt sich aber aus dem Urteil lesen, dass in solchen Fällen die Abrechnung durch den neuen Verwalter zu erfolgen hat.