Vermietung an Touristen: Kündigung droht!

Wer seine Wohnung auch nur für wenige Tage an Touristen vermietet, riskiert die Kündigung des Mietverhältnisses. Denn die komplette Überlassung der Wohnung ohne vorherige Genehmigung durch den Vermieter ist stets und ausnahmslos ein Vertragsverstoß. Uneinigkeit besteht in der Rechtsprechung nur noch darüber, ob sofort gekündigt werden kann, oder ob der Vermieter zunächst eine Abmahnung aussprechen muss und erst danach – im Wiederholungsfall – kündigen kann. Das LG München I hat in einem Fall aus dem Jahre 2016 eine Abmahnung nicht für erforderlich gehalten und die sofortige Kündigung zugelassen. Allerdings hatte der Mieter auf der airbnb-Homepage auch über 300 Bewertungen, was für ein quasi gewerbliches Vorgehen sprach. Das LG Amberg hingegen verlangte – nach drei nachgewiesenen Kurzzeitvermietungen – eine vorherige Abmahnung durch den Vermieter (Urteil vom 09.08.2017 – 24 S 299/17). Wird sie erteilt, und gleichwohl die Wohnung erneut unerlaubt untervermietet, wird aber die Kündigung des Vermieters wirksam sein.

Eine Abmahnung liegt nur dann vor, wenn darin für den Wiederholungsfall eine Kündigung des Vertragsverhältnisses angedroht wird – ansonsten handelt es sich nur um eine Mahnung, die als Vorstufe für eine Kündigung nicht ausreicht.